Verlängerung bis 30. April 2026
Inge Flierl | Waldemar Grzimek | Bildteppiche | Plastiken
24. Januar 2026 – 11. April 2026 | Vernissage 24. Januar – 15 Uhr
Musik: Elisabeth Balke, Musikschule Frankfurt/O.
Redner: Prof. em. Ulrich Reimkasten (Künstler und langjähriger Freund von Inge Flierl)
„Alle sind da, die um Jahre jüngeren Freunde und Wegbegleiter, Sammler, Inge Flierls Großfamilie. Nur die begnadete Pankower Bildweberin hat es nicht mehr geschafft, selbst dabei zu sein bei ihrer Werkschau zum 100. Geburtstag. Seit Jahresende 2025 steht ihr Webstuhl, auf dem über 200 Gobelins entstanden, für immer still.
Kein Berliner Museum breitet zum Gedenktag das Lebenswerk der Verstorbenen aus, das tun die engsten Freunde und die Flierl-Familie selber in der Galerie des Jacobsdorfer Golem-Hofes, ein Kunstrefugium, das der Keramiker Tomas Grzimek und seine Familie im Odervorland geschaffen haben…“ Zitat Ende
Berliner Zeitung, Mi 28.01.2026, Kunstkritikerin und Redakteurin Ingeborg Ruthe
Sie beschreibt das Zusammenspiel der Ausstellung als: Zitat: „…Zwiegespräch mit den Bronzefiguren des Gefährten Waldemar Grzimek (1918–1984)…“
Zitat: „Poetisch und witzig etwa die „Mausefalle“ von 2003 mit weißen, grauen, schwarzen Mäusen, wie auf einem labyrinthischen Brettspiel. Und davor Waldemar Grzimeks bronzene „Kokette“, eine moderne Variante der Venus von Willendorf.“ Zitat Ende
Trotz winterlicher Temperaturen verzeichnete die Vernissage eine hohe Besucherzahl. Zur Eröffnung sorgte die Musikschülerin Elisabeth Balzer aus Frankfurt (Oder) mit stimmungsvoller Gitarrenmusik für Begleitung. Wir sagen Dankeschön für diese Kooperation.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die Neueröffnung einer zusätzlichen Ausstellungsfläche in der MANSARDE. In der zweiten Etage des Hauses wurde eine neue Dauerausstellung eingerichtet, die zum Verweilen einlädt. Ergänzend zum Ausstellungsbesuch, präsentiert die MANSARDE eine feine Auswahl kleiner Kunstwerke aus Keramik, Grafik und Plastik, die auch zum Erwerb angeboten werden. Sie ist auf Anfrage gern an den Öffnungszeiten der Galerie zu besuchen.

„Kunst kommt von Können und damit sie sich entfalten kann, braucht sie Menschen, die Meisterschaft und Kreativität erkennen, fördern und bewahren.“
2013 beschreibt Inge Flierl (*1926-2025) mit diesen Worten in ihrer Retrospektive „Spurensuche“, über 50 Jahre künstlerisches Schaffen, ein Werk das bis heute berührt und inspiriert.
Schon Anfang der 1950er Jahre entdeckte der renommierte Bildhauer Waldemar Grzimek (1918-1984) das außergewöhnliche Talent der jungen Künstlerin. Er förderte sie, vermittelte ihr erste bedeutende keramische Aufträge und öffnete ihr die Türen zu den Werkstätten von Hedwig Bollhagen. Ein Ort, an dem Inge Flierl ihre künstlerische Handschrift in Keramik und baugebundener Kunst prägen konnte. Inge Flierl war eine vielseitige Gestalterin: Sie bemalte Fayencen, entwarf Putzkeramiken, keramische Mosaiken und Gefäße, schuf Figuren für den öffentlichen Raum und widmete sich zudem der Tapisserie. Einem Medium, das sie bereits als Kind faszinierte. Der zwei Meter breite Webstuhl, den sie 1970 erwarb, machte großformatigere Bildteppiche möglich, die zu ihren eindrucksvollsten Werken zählen. Einige ihrer Arbeiten schmückten prominente Orte der ehemaligen DDR, darunter den „Palast der Republik „ und das Theater der Freundschaft. Bis heute sichtbar bleibt ihr monumentaler Gobelin „Orpheus“ im Konzertsaal am Berliner Gendarmenmarkt.
Waldemar Grzimek war für sie weit mehr als ein Mentor: ein enger Freund und ihr Trauzeuge. 1958 stellte die damals 32-jährige Inge Flierl ihre Lithografie „Weberin“ in der Jahresausstellung der Akademie der Künste in Berlin aus, gemeinsam mit großen Namen wie Grzimek, Gustav Seitz, Fritz Cremer und Heinrich Drake.
2026 bringt die GALERIE3PLUS die Arbeiten von Waldemar Grzimek und Inge Flierl erneut zusammen.
Über 70 Jahre nach ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung entsteht ein präziser, zeitgenössischer Dialog zwischen Tapisserien und Plastiken. Die Präsentation Ihrer einmaligen Bildteppiche, versteht sich zugleich als Hommage an Inge Flierl, die am 28. Januar ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte und als aktueller Blick auf zwei Künstlerpositionen, die die Kunstgeschichte nachhaltig geprägt haben.

Prof. em. Ulrich Reimkasten und Inge Flierl | Foto: courtesy @Flierl

